Am 8. und 9. September 2018 fand wieder das Streetlife Festival in München statt. Diesmal war KunstWerkZukunft mit eigener Präsenz mit dabei. Drei von 14 Projektpartner*innen informierten über die gemeinsame Aktion: ANU Bayern e.V, Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck/Kreisjugendring München-Land und Green City e.V. Im Rahmen der Bayerischen Klima-Allianz zur Eröffnung der Bayerischen Klimawoche führten wir für Jung und Alt MitmachAktionen zu nachhaltigen Lebensstilen durch, um den Klimawandel zu meistern.

Gut, dass uns auch der Staatsminister Dr. Marcel Huber und die Münchner Umweltreferentin Stephanie Jacobs besuchten. Wir konnten zeigen, wie aktiv unsere Partner*innen der bayernweiten MitmachAktion KunstWerkZukunft sind, was für tolle Kunstwerke bereits entstanden sind und dass es Hoffnung gibt, was uns die jungen Akteure mit ihrer Hingabe, Kreativität und ihrem Durchhaltevermögen zeigten.

Bei unserer MitmachAktion am Streetllife Festival konnten junge Künstler*innen ihre Stadt der Zukunft aus Mini-Ziegelsteinen erbauen, mit Grünpflanzen schmücken und mit kleinen Figuren besiedeln. Entstanden ist eine Utopie, die es wert ist, in von Stadtplaner*innen umgesetzt zu werden, da sie zeigt, wie wichtig eine grüne Umgebung für uns Menschen ist und wie schön sie sein kann.

 

Wer sich dort mit Naturmaterialien architektonisch ausreichend austobte, konnte auch die Straßen bunt bemalen, eigene Samenbomben kreieren oder ein Nachhaltigkeitsquiz lösen.

Doch auch für die Dichter*innen unter den Besucher*innen gab es eine schöne Aufgabe: Das Entwickeln eines Haikus. Der Kern dieser japanischen Kurzlyrik liegt darin, Empfindungen und Erlebnisse eines besonderen Moments in der Natur durch dreizeilige, 17 Silben lange Verse auszudrücken. Das Ganze verpackt in 3 Zeilen mit 5-7-5 Silben.

Zum Beispiel diesen:

Gedankenblüten
Utopien treiben aus
Wandel überall

Gleichzeitig wurden die Besucher*innen gefragt, was sie heute schon selbst ändern können, um natürlich nachhaltiger zu leben. Spannend an der Frage ist, dass jede*r seinen Lebensstil entwickelt hat und weiter denken muss: „Was kannst du heute schon für ein besseres Stadtklima machen?“ Es kamen unterschiedliche Aussagen heraus, die wiederum inspirieren können, auch das ein oder andere heute schon umzusetzen:

  • Bienenfreundliche Blühflächen schaffen – Jürgen, 64 Jahre
  • Alles, wirklich alles mit dem Rad anstatt Auto machen – Georg, 32 Jahre
  • Schnell duschen – Taija, 7 Jahre
  • Regionale Früchte und Gemüse kaufen, keine Avocados, weniger gebleichtes Papier nutzen – Korbinian, 26 Jahre
  • Ich möchte meine Putzmittel umstellen auf Waschkastanien und Natrium/Soda – Heidi, 64 Jahre
  • Ich nehme immer eine Tupperdose in die Schule – Leon, 13 Jahre
  • Statt neue Kleidung zu kaufen, kaufe ich gerne bei Kleiderkreisel oder auf dem Flohmarkt. Dabei bin ich selbst immer wieder über die große Auswahl überrascht – Livia, 29 Jahre
  • Mehr Pflanzen einpflanzen – Emile, 8 Jahre
  • Freunde und Familie über Möglichkeiten des Umweltschutzes bewusst machen sowie Wiederverwenden von Sachen – Elena, 29 Jahre und Emanuele, 27 Jahre
  • Alu-Vermeidung, Radio aus vor dem Schlafengehen – Christa, 69 Jahre
  • Nicht in den Urlaub fliegen, Essen selbst anbauen, Fahrgemeinschaften bilden, regional einkaufen – Dani, 43 Jahre
  • Allein, wenn man abends am Flaucher sitzt und die unzähligen Kronkorken sieht, die alles verschandeln und vor sich hinrosten: Pfand auf Kronkorken! – Christian, 37 Jahre
  • Vogelhäuser aufstellen – Irene, 70 Jahre
  • Weniger drucken und mehr online arbeiten – Eva, 25 Jahre
  • Wildblumen auf dem Balkon pflanzen, Jutebeutel beim Einkauf dabei haben, keine verpackten Kräuter mehr kaufen – Vanessa, 26 Jahre
  • Klimabilanz der Heizung und des Hauses prüfen, Carsharing auf längeren Strecken oder Deutsche Bahn nutzen, öffentlich fahren – Claudia, 49 Jahre
  • Bei Mundraub nach Obstbäumen in der Nähe schauen und lokal ernten – Jasmin, 26 Jahre
  • Minimalismus – Buddy, 59 Jahre

Doch auch politische Forderungen waren da:

  • Autofreie Zonen schaffen, damit die Leute auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen – Jitka, 65 Jahre
  • Gänzliches Plastik-Produktionsverbot sowie Lieferverkehr auf Elektrofahrzeuge beschränken – Manfred, 56 Jahre
  • Begrünen aller Grünflächen in Wohnanlagen genehmigen – Bettina, 49 Jahre
  • Keine fossilen Brennstoffe mehr nutzen – Sezer, 78 Jahre
  • Glyphosat verbieten – Gisela, 70 Jahre

Die Impressionen bereits vergangener Aktionen aus KunstWerkZukunft konnten auch von den Besucher*innen des Streetlife Festivals angesehen werden. Die dabei gezeigten Kunstformen sind sehr vielfältig.

  • Skulpturen und Plastik: Ein Schiff der Be- und Entschleunigung aus upgecycelten Materialien sowie ein Plastic Planet aus Müll, der aus der Donau gefischt wurde.
  • Lyrik: Haikus aus vergangenen Workshops ermunterten selbst welche zu schreiben. Mitten in München erfrischte die japanische Dichtkunst unsere Sicht auf die Dinge.
  • Foto und Film: Jugendliche inspirieren visuell witzig oder nachdenklich zu nachhaltigeren Lebensstilen.
  • Upcycling: Sowohl in Kunstwerke eingearbeitet als auch als Wettbewerbe inszeniert, wird Gesammeltem ein neuer Sinn gegeben – Weggeworfenes wird zu Kunst und regt zum Nachdenken an.
  • Malerei und Collagen: Ein Wertebild für eine gerechtere Zukunft, mit Naturfarben bemalte Gesichter oder überdimensionale Naturbilder auf Leinen, aufgehängt am Ort der Inspiration.

Am Streetlife-Festival konnten wir sehen, dass unsere Erde und ihr Wohlergehen sehr vielen Menschen – Alt und Jung – am Herzen liegt und jede*r das in seiner Macht stehende dafür tut, die Erde etwas gesünder und unbelasteter zu machen. Die Handlungen sind dabei auf unterschiedlichen Ebenen und die Forderungen nach politischem Mut und konsequenten Umsetzungen werden immer lauter. Es macht Hoffnung nach so viel Resonanz, weiter zu machen. Für uns war es eine rundum gelungene Aktion. Freut euch deshalb auf die kommenden Events. Schaut gleich im Eventkalender nach.

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