Am Freitag, 14.12.2018 traf sich der Projektträgerkreis „Gemeinsam KunstWerkZukunft in Bayern inspirieren und ermöglichen“ in der Umweltstation Nürnberg und lud Akteure der Umweltbildung zum Erfahrungsaustausch ein und um auf das Gesamtprojekt zurückzublicken. Eingeladen hatte die Umweltstation Nürnberg gemeinsam mit dem Museum im Koffer und der Fachgruppe Schule & Nachhaltigkeit der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bayern.

Sprachlich schwungvoll starteten wir mit einem Poetry Slam zum Thema Nachhaltigkeit von Ortwin Bader von den Kiezpoeten aus Berlin.

Nach den Grußworten der Veranstalterinnen Cordula Jeschor und Annette Beyer von der ANU-Fachgruppe Schule & Nachhaltigkeit sowie Carmen Schnaidt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz stellten Anke Schlehufer vom Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck, Pullach, und Günes Seyfarth von der ANU Bayern e.V. vor, worum es in der MitmachAktion KunstWerkZukunft ging und was erreicht wurde.
Es wurde deutlich, wieso die Verbindung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Kultureller Bildung Sinn macht.

BNE ist die ganzheitliche Betrachtung von Herausforderungen und die Erkenntnis, dass alles auf einander einen Einfluss hat.

Kunst spricht jeden an. Sowohl auf der Seite des Schaffenden durch die ausgewählte Kunstform, die einem liegt, als auch auf der Seite des Betrachters. Man hat sofort eine Meinung dazu. Ob sie einen anspricht oder ablehnt. Sie spricht an und geht in den Dialog. So ergänzen sich BNE und Kulturelle Bildung und verstärken die Relevanz und die Reichweite der beabsichtigten Botschaften.

Im Fazit bedeutet das:

Größere Relevanz – Wir bringen unser Anliegen durch Bildung für nachhaltige Entwicklung in einen globalen Kontext und fördern eine Kultur der Nachhaltigkeit.

Größere Reichweite – Kunst spricht viele an. Durch Kunstwerke im öffentlichen Raum sprechen wir viele Menschen an sowie Medien und Presse.

Größere Akzeptanz – Durch das Engagement im Kunstwettbewerb bilden sich die beteiligten Kinder und Jugendlichen  eine Meinung und können als Botschafter*innen für nachhaltige Lebensstile fungieren.

Über 21 bayerische Umweltbildungseinrichtungen gaben Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Plattform für die Gestaltung von Kunstwerken. Die Themen waren vielfältig: Müll im Meer und in heimischen Flüssen, aus Alt mach Neu, Beschleunigung und Entschleunigung und unsere Werte für eine friedliche Zukunft – nur um einige zu nennen.

Nach dieser Vorstellung teilten sich die Teilnehmer*innen in drei Praxis-Workshops auf, um Impulse für die Verbindung von BNE und Kunst zu bekommen:

  • Poetry Slam mit Ortwin Bader von den Kiezpoeten aus Berlin
  • Landart mal anders – Babbadeggl Landschaften aus Bayern mit Christine Linhard & Sabine Perzl von Nah-türlich, Kelheim
  • Im Dialog mit unserer Umwelt über Medien wie Film, Fotografie & Aktion mit Margarete Hentze von democraticarts, München

Die vier entstandenen Filme des Workshops mit Margarete Hentze sehen Sie hier:

 

In den drei Workshops konnten die Teilnehmer*innen nach einer Einführung selbst Hand anlegen und ihre eigenen Poetry Slams schreiben, Babbadeggl-Landschaften kreieren und Filme über natürlich nachhaltige Lebensstile in nur drei Szenen erzählen.

Nach einem leckeren Mittagessen, Kuchen und selbst erradelten Smoothie vom Fruchtradl ging es nochmal fachlich in die Tiefe. Wanda Wieczorek, Kulturvermittlerin mit Schnittstelle zu Kunst und Politik, ermutigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrem Impulsvortrag, kulturelle Bildung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker zu verankern: „Wir sehen heute, dass 30 Jahre Mahnen und Warnen nicht zu einem nachhaltigeren Lebensstil geführt haben – im Gegenteil. Angst und Abschreckung führen offenbar nicht zu nachhaltiger Entwicklung. Damit wir unseren Lebensstil verändern, müssen wir Lust bekommen auf ein nachhaltigeres Leben – auf ein besseres, auf ein schöneres Leben! Kulturelle Bildung vermittelt Techniken, wie wir uns die Welt neu erschließen, sie formen und gestalten können. Sie weckt den Sinn für eine andere Realität als die, die uns tatsächlich umgibt.“

Dabei gab Wanda Wieczorek inhaltliche Impulse und setzte dann auf die Erfahrungen der Teilnehmer*innen. Auf Fußabdrücken schrieben die Teilnehmer*innen, welche Herausforderungen oder Synergien sie bei der Verbindung von Kultureller Bildung und BNE sehen.

 

 

 

Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ haben 11 Träger des Qualitätssiegels Umweltbildung.Bayern die künstlerischen Zugänge der Kinder und Jugendlichen vorgestellt, die diese im Rahmen von „KunstWerkZukunft“ ausprobiert hatten. Die Beispiele zeigten Kunst in der Vielzahl ihrer Facetten: als Malerei, Fotografie, Film, Skulptur, Landart, Upcycling, Aktionskunst, Theater oder Poesie. Aus der umweltpädagogischen und künstlerischen Beschäftigung mit unserer Lebensweise entwickelten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vielschichtige Fragen, Ideen, Erkenntnisse und Visionen und drückten sie in Kunstwerken aus.

 

 

Das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderte Projekt wird derzeit evaluiert und dokumentiert und wird 2019 mit den Ergebnissen an die Öffentlichkeit gehen.

Interessierte können sich auf unserer Website www.kunstwerkzukunft.de informieren, vernetzen und Referent*innen und Künstler*innen finden, mit denen sie auch Projekte in Verbindung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Kultureller Bildung umsetzen können.

Denn eines wurde bei dieser Fachtagung deutlich: Die Kooperation macht Spaß, hat viel Potenzial und erzeugt Aufmerksamkeit!