Äste, Farbklecks & Co – KunstWerkstatt Natur

Während der Pfingstferien, vom 22.-25. Mai 2018 und 28.-30. August 2018, gestalteten zahlreiche 8- bis 12-Jährige Kinder unter Anleitung des Künstlers Jorge Hidalgo zwei eindrucksvolle Wandgemälde für die Außenwand der Südpolstation in Neuperlach Süd. Im Ferienprogramm, das Feierwerk gemeinsam mit Ökoprojekt MobilSpiel e.V. veranstaltet, beschäftigten sich die Kinder mit der Bedeutung der Regenwälder und deren Bewohner*innen und was dies mit unserem Lebensstil zu tun hat.

Am Anfang stand eine Einführung des aus Kolumbien stammenden Künstlers. Er zeigte den Kindern die typische Kleidung indigener Völker Südamerikas, stellte unterschiedliche Musikinstrumente, sowie spirituelle Rituale vor. Anschließend veranschaulichte er den Raub natürlicher Ressourcen und die Vertreibung sogenannter unkontaktierter Völker mithilfe von Filmmaterialien. Diese Hinführung diente den Kindern als Inspiration, um Ideen für das Kunstwerk zu entwickeln. Die verschiedenen Ideen wurden gemeinsam besprochen und skizziert. Schnell kristallisierten sich die immer wiederkehrenden Schwerpunkte der Kinder heraus: Besonders bedeutsam waren für sie die Verschmutzung von lebensnotwendigem Wasser durch große Konzerne, die sich in Regenwaldgebieten ansiedeln, und die Rodung des Urwalds und die damit zusammenhängende Zerstörung des Lebensraums für die dort ansässigen Völker und Tiere. In der Reflexion wurde den Kindern bewusst, wie sie durch einen nachhaltigen Lebensstil dazu beitragen können, dieser Zerstörung ein Ende zu setzen. Es geht nicht nur darum, den Regenwald zu schützen, weil er direkten Einfluss auf unsere Lebensqualität hat, sondern, dass er aus sich heraus, ganz ohne Eigennutz, schützenswert ist. So stellt das zuerst entstandene Gemälde sowohl die Schönheit, als auch die Zerstörung der Natur durch den Menschen dar und vermittelt gleichzeitig, dass sich die Natur nicht widerstandslos geschlagen gibt. Die Ausdrucksstärke des Bildes lädt den Betrachter dazu ein, selbst Stellung zu beziehen und sein eigenes Verhalten zum Wohl der Natur und dem anderer Menschen zu überdenken und zu verändern.

Selbstverständlich beschäftigten sich die Kinder während der zwei Wochen neben der ökologischen Seite des Konflikts auch mit der gesellschaftlichen. Mithilfe eines Werte-Spiels erarbeiteten sie sich die Dinge, die für ihre Zufriedenheit von größter Bedeutung sind. Hier stehen Frieden, Sicherheit, Familie, Freizeit, Naturschutz und Liebe im Vordergrund. Diese Werte stellten die Kinder auf dem zweiten Gemälde dar, welches ein friedliches Miteinander und die Wertschätzung aller Menschen auf der Welt darstellt.

Text: Annabell Ehrich, Ökoprojekt MobilSpiel e.V.